Stell' dir einmal vor...


Wenn Du selbst ein Mitarbeiter in Deinem Team wärst- was müsste eine Chefin signalisieren, was müsste sie tun, damit Du diese Vorgesetzte wertschätzen und dich mit ganzer Kraft in Ihre Arbeit einbringst.

Lass‘ dich einmal auf diesen Perspektivwechsel ein und betrachte dann deinen eigenen Führungsstil.

Inwiefern stimmen deine Erwartungen mit deinem tatsächlichen Führungsstil überein?
Das Überdenken deines Führungsstils führt zwangsläufig zu den Fragen: „Wie führe ich gut?“ und „Wie wollen Mitarbeiter geführt werden?“ und erhöht besonders deine Empathie.

Mache dir dazu bewusst, wie es für dich als Geführte/r war und welche guten und schlechten Erfahrungen du in dieser Position gemacht hast:

Haben deine Chefs Ähnliches bewältigen müssen, wie du heute? Wem ist das gut gelungen?  Wem ist das nicht gelungen und was hat vielleicht sogar zum Scheitern geführt?
Kannst du dir etwas von deinen vorherigen Chefs abschauen oder hast du deinen eigenen funktionierenden Führungsstil gefunden? 
 


Ich gebe dir ein Beispiel:

Angenommen, ein gute/r Chef/in sollte in deinen Augen regelmäßig Lob und seine Wertschätzung aussprechen. 

Überlege, wie dieses Handeln bei Mitarbeitern ankommt.- Richtig! Mitarbeiter fühlen sich dadurch geschätzt und bringen sich mehr in ihre Arbeit und das Unternehmen ein. 
Wertschätzung führt zu einem Zusammenhalt, der weder mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell, noch mit einem hohen Gehalt zu erreichen ist. 
Da wirst du als ehemaliger „Geführte/r“ bestimmt zustimmen. 

Stelle dir nun die wichtige Frage: 

Trifft dieses Handeln auf dich als Führungsperson zu? 


Sprichst du gegenüber deinen Mitarbeitern regelmäßig Lob aus?
Wenn dies zutrifft, gratuliere ich dir- Du hast einen enorm wichtigen Punkt in deiner Führungsmethodik erkannt- deine Mitarbeiter erkennen das auch und belohnen dich somit mit Engagement in ihrer Arbeit.

Trifft dieser Punkt allerdings nicht auf dich zu, ist zuerst zu überlegen, wo der Grund für dieses vernachlässigte Handeln bestehen könnte.

Dafür kann es unzählige Gründe geben:
Vielleicht lässt der Alltag keine Zeit für Lobgesänge, oder du bist einfach nicht zufrieden mit der Arbeit deiner Mitarbeiter.
Vielleicht hast du dir auch noch nie Gedanken darüber gemacht, dass sich ein regelmäßiges Lob positiv auf die Arbeitsatmosphäre auswirken könnte. 
 
Ganz gleich, aus welchem Grund du das Lob hintanstellst, für jedes Problem gibt es eine Lösung. 
Angenommen, du bist der Meinung, dass dafür keine Zeit im Alltag bleibt. Vielleicht siehst du deine Mitarbeiter auch nicht jeden Tag im Büro, um einmal ein Lob auszusprechen. 


Hier mein Lösungsvorschlag: 

Wie wäre es, das regelmäßige Lob in deinen Arbeitsalltag zu integrieren? Bestimmt gibt es bei dir im Unternehmen regelmäßige Meetings. Du könntest dir am Ende jedes Meetings ein paar Minuten Zeit nehmen, deine Mitarbeiter für ihre Arbeit zu loben. 
Natürlich kannst du nicht jeden einzelnen Mitarbeiter jeden Tag loben. 

Du könntest die Gelegenheit nutzen, deinem gesamten Team einmal in der Woche für ihre Arbeit zu danken, ganz besonders dann, wenn etwas gut gelaufen ist. 

Wie findest du die Idee, Meetings einzuführen, die beispielsweise jeden Freitag stattfinden? Dort kannst du über die Arbeit im Allgemeinen sprechen, Kritik ausüben, aber natürlich auch Lob aussprechen. 
Deine Mitarbeiter werden sich freuen, mit gutem Gefühl ins Wochenende gehen und motiviert die nächste Woche beginnen. 
 

Wie siehst du das? 

Wie gehst du mit Lob in deinem Unternehmen um und wie würdest du das Problem lösen?